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DAS ERGEBNIS:
Im Vergleich zum Ausgangsbild sind die Unterschiede deutlich zu sehen, aber dennoch wirkt das Ergebnis natürlich und nicht übertrieben. |


| Völlig unretuschiert zeigt sich der »Optimierungsbedarf« im Porträt. |


| Durch Klonwerkzeug und Airbrush verschwinden die Falten an Augen und Nase. Auch werden die kleinen Schatten unter den Augen durch frischen Farbauftrag aufgehellt. |


| Die spröden Lippen werden mit digitalem Lippenbalsam übermalt. Im gleichen Arbeitsgang kann auch die Lippenfarbe optimiert werden. |


| Die glänzenden Partien auf der Nase werden ebenfalls mit dem Airbrush abgepudert. |


| Rote Wangen werden durch großflächigen Einsatz des Airbrush-Werkzeugs verringert. Hier mit sehr geringer Stärke arbeiten! |


Zu guter Letzt retuschiert man die Augen mit Hilfe des Abwedlers. Sie strahlen nun deutlich heller. Auch Farbton und Sättigung der Augen wurden leicht verändert.
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Nicht alle Menschen sind mit einer perfekten Hülle ausgestattet. Doch auf einem Porträt möchte jeder am liebsten ein wenig schöner aussehen als in Wirklichkeit. Mit Hilfe digitaler Retusche lassen sich Fotos wirkungsvoll verbessern.
Wer die Werbeanzeigen in Frauenmagazinen und Lifestyle-Gazetten studiert, wird in den Gesichtern vergeblich nach Hautunreinheiten und Fältchen suchen. Kein Wunder: Die Gesichter in den Motiven werden von Spezialisten in stundenlanger Retusche mit sehr viel Aufwand »glatt gebügelt«. Dieselben Techniken kommen auch bei der Retusche von Porträts zum Einsatz. Mit Hilfe digitaler Bildbearbeitungsprogramme lassen sich unerwünschte Hautreizungen und andere »Störenfriede« reduzieren oder ganz entfernen. Klonstempel, Airbrush und Abwedler heißen die dazu erforderlichen Werkzeuge. Sie sind in den gängigen Imaging-Softwarepaketen vorhanden und arbeiten dort mit ähnlichen Einstellungen. Am Beispiel von Adobe Photoshop zeigen wir in diesem Workshop, wie es gemacht wird.
 

Mittel gegen Falten
Als Antifalten-Mittel sind das Klonwerkzeug und die Airbrush-Pistole gleichermaßen gut geeignet. Mit dem Klonwerkzeug werden exakte Kopien eines Bildbereichs übertragen. Der Airbrush verbreitet wie sein analoges Pendant einen feinen Farbnebel, dessen Stärke sich exakt steuern lässt. Während durch das Klonwerkzeug auch die Hautstruktur mitdupliziert wird, geht mit dem Airbrush-Werkzeug ein Weichzeichnungseffekt einher. Die Hautstrukturen werden mit Farbe überzogen, wodurch die vorhandenen Strukturen je nach Farbauftrag mehr und mehr in den Hintergrund treten.
In dem Beispielporträt wurden die Falten unter den Augen zuerst mit dem Klonwerkzeug weitgehend entfernt und dann wurde noch eine leichte Farbschicht mit einem frischen Hautfarbton aufgetragen, den man mit der Pipette aus einem passenden Hautbereich kopiert. Die Falten an der Nasenpartie verschwinden durch die Airbrush-Technik. Auch hier arbeitet man am besten mit einem dezenten Farbauftrag und wechselnden Farbtönen, sonst wirkt das Porträt leicht wie ein Comic.
Falten sieht man auf einem Foto besonders gut, weil durch die Unebenheiten der Haut und das Licht ein Schattenwurf entsteht. Wenn die Falten nicht ganz verschwinden, sondern nur reduziert werden sollen, hilft der Abwedler weiter. Mit diesem Werkzeug können die schattigen Stellen aufgehellt werden, wodurch die Falten ihre Tiefe und Prägnanz verlieren. Dieser Effekt ist vor allem bei älteren Menschen sinnvoll. Die Falten komplett zu entfernen wäre hier etwas zu viel des Guten. Man möchte schließlich auf der Straße noch erkannt werden ...


Airbrush gegen spröde Lippen
In unserem Beispiel hat das Modell spröde Lippen. Der Einsatz des Klonwerkzeugs macht hier keinen Sinn, denn es gibt keine Bereiche, die man kopieren könnte. Deshalb kommt die Airbrush-Pistole als virtueller Lippenbalsam zum Einsatz. Der Farbauftrag sorgt für homogenere Lippen und glättet die kleinen Furchen und Risse.


Digital abgedeckt
Porträtfotografen und Modelle fürchten glänzende Hautpartien, besonders an Nase und Stirn. Auch hier greifen wir zum Airbrush. Die Farbe wird von den nicht glänzenden Nachbarpartien geholt. Stellen Sie den Farbauftrag des Airbrush-Werkzeugs auf einen Wert von 10 bis 20 Prozent ein. So können Sie die Farbe in mehreren Durchgängen auftragen. Im Beispielporträt waren die roten Wangen dem Modell zu auffällig. Die Gesichtspartien wurden also mit dem Airbrush-Werkzeug großflächig zurückgenommen. Dabei sollte eine niedrige Deckkraft (5 bis 10 Prozent) gewählt werden. Den Farbton haben wir aus einer benachbarten Hautpartie »geliehen«.


Problemzonen und Digitalkosmetik
In manchen Fällen sind gröbere Makel zu beklagen. Das Klonwerkzeug übernimmt dann den Job der Kosmetikerin. Pickel, kleine Narben, Hautunreinheiten sind schneller verschwunden, als sie entstanden sind. Die Grenzen der kleinen Retusche sind erreicht, wenn der Bildretuscheur in die Bereiche der kosmetischen Chirurgie vordringt: Nasen begradigt oder die Mundform verändert. Das Resultat wirkt dann häufig sehr fremd. Gerade vermeintliche Problemzonen machen die Charakteristik eines Gesichts und seine Ausstrahlung aus.


Strahlende Augen wie ein Star
Strahlende Augen sind immer gewünscht, denn sie machen ein Gesicht lebendig. Hier leistet der Abwedler gute Dienste. Das Weiß der Augen lässt sich gezielt aufhellen. Auch die Reflexe in der Pupille und der Iris können so bearbeitet werden. Reflexe darf man so weit aufhellen, dass keine Zeichnung mehr vorhanden ist, denn es handelt sich um reine Spitzlichter. Der Effekt dieser kleinen Manipulationen ist verblüffend die Augen strahlen wie zu Weihnachten. Manchen ist die Augenfarbe nicht kräftig und rein genug. Das lässt sich auch ohne Kontaktlinsen beheben. Nachdem eine »weiche Auswahl« um die Iris erstellt wurde, wird im »Farbton/Sättigung«-Menü die Farbsättigung erhöht und der Farbton leicht korrigiert. Auch hier gilt: nicht übertreiben vor allem bei Bewerbungsfotos.
Das Ergebnis der hier beschriebenen Retuschen sollte schon einen deutlich sichtbaren Effekt hervorbringen, wobei alles in Maßen angewendet werden sollte, um ein realistisches Ergebnis zu erzielen. Die Retuschen am Beispielporträt haben rund 20 Minuten gedauert, ein vergleichsweise geringer Aufwand, der zu erstaunlichen Ergebnissen führt. Betrachtet man die »Starporträts« auf den Titelseiten von Fernsehzeitschriften genauer, sieht man, dass es sich eher um Gemälde als um Fotografien handelt. Hier wird ganz dick aufgetragen! Wer ganz bewusst diesen Coverpage-Effekt erzielen möchte, darf beherzt zum Airbrush-Werkzeug greifen.

TIPPS
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FEIN DOSIERT STATT VOLLE PULLE
Bei den beschriebenen Werkzeugen lässt sich die Stärke des Effekts Deckkraft, Druck oder Belichtung individuell einstellen. Während die Deckkraft beim Klonwerkzeug auf 70100 Prozent eingestellt werden sollte, empfehlen sich bei den Mal- und Belichtungswerkzeugen Werte zwischen 15 und 30 Prozent. Dadurch lassen sich die Effekte feiner steuern. Das Auftragen der Farbe in mehreren Durchgängen vermeidet unerwünschte Farbsprünge in den Randbereichen.
WECHSELNDE NUANCEN
Beim Airbrush-Werkzeug sollte man die Farbnuance öfter wechseln. Andernfalls entstehen homogene Farbflächen und Übergänge, die unnatürlich wirken. Durch Drücken der ALT-Taste beim Malen erscheint das Pipetten-Werkzeug und man kann einen neuen Farbton aufnehmen, ohne in der Palette das Werkzeug tauschen zu müssen.
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MEHR PIXEL FÜR FEINE AUFLÖSUNG
Standardmäßig bietet Photoshop Werkzeugspitzen mit bis zu 100 Pixel Durchmesser an. Das kann bei hochaufgelösten Fotos zu wenig sein. Durch Doppelklicken auf ein freies Feld im Werkzeugspitzen-Menü können individuelle Größen eingestellt werden, und das bis zu 500 Pixel Größe. Für großflächige Airbrush-Anwendungen sind große Durchmesser ideal.
RETUSCHESTIFT STATT RETUSCHEMAUS
Extrem hilfreich bei Bildretuschen sind die so genannten Grafiktabletts. Sie bestehen aus einem Tablett, das die Monitorfläche simuliert, und einem dazugehörigen Stift, der die Maus ersetzt. Ein Vorteil ist, dass man wesentlich intuitiver als mit der Maus arbeitet; mit dem Stift verhalten sich die Werkzeuge sogar druckempfindlich. Man kann z. B. wählen, ob sich bei zunehmendem Druck die Deckung des Farbauftrags oder die Größe der Werkzeugspitze ändert. Manche Tabletts arbeiten zusätzlich richtungsabhängig, eine Neigung des Stiftes wirkt sich so z. B. auf das Sprühverhalten des Airbrush-Werkzeugs aus. Grafiktabletts gibt es von verschiedenen Anbietern ab ca. 99, Euro.
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