
Es gibt sicherlich näher liegende Ausbildungsstätten für Fotojournalisten als die Armee, aber Erik Refner ist sich sicher, dass sein zweijähriger Militärdienst für seine Laufbahn als Fotograf von Nutzen war. Seine Schuhe sind zwar nicht spiegelblank und er mag sich an diesem Tag nicht rasiert haben, doch sind es genau die Bereiche Disziplin, Planung, Kommunikation und die Fähigkeit, sich in schwierigen Situationen auf das Wesentliche zu konzentrieren, auf die sich Refner bezieht. »Die Planung eines Fotoauftrags ähnelt der Vorbereitung einer Militäroperation«, erzählt uns der preisgekrönte Fotograf. »Vorauszudenken ist entscheidend, wenn alles glatt laufen soll und du die gewünschten Bilder bekommen willst. Deine Ausrüstung muss jederzeit sauber und betriebsbereit sein und du musst dein Motiv kennen du musst dich damit eingehend befassen.« Ein Auftrag bei der Tour de France ist für ihn ein Beispiel: »Du musst wissen, wo der nächste Fahrer um die Ecke geschossen kommt, und da sein, sobald er ins Blickfeld rückt. Deine Kamera muss aufnahmebereit sein, und du musst geistig offen sein, das Foto zu schießen. Du musst mit deinem Auge am Sucher sein, wenn der Fahrer da ist. Du bekommst keine zweite Chance sobald er vorbei ist, wars das.« Vorliebe für EOS-Tempo Refner vertraut seit seiner ersten Kamera einer Canon EOS 1n auf Canon-Ausrüstung. »Ich entschied mich wegen der Geschwindigkeit für das Canon-System«, erklärt er. »Und seitdem habe ich mich daran gewöhnt, wie die Kameras in der Hand liegen, wie sie funktionieren und wo die Bedienelemente liegen. Als ich die EOS 1Ds zum ersten Mal in die Hand nahm, war sie mir sofort vertraut, denn Canon hat auf Kontinuität gesetzt und sich sehr eng an das EOS-Design gehalten.« Bei der Arbeit habe er wenig Zeit, sich auf ein neues System einzustellen, erklärt Refner, und er könne es sich während eines Auftrags nicht leisten, darüber nachdenken zu müssen, wo sich Features und Funktionen befinden könnten. »Da ich jetzt schon so lange mit EOS-Kameras arbeite, sind sie für mich fast schon zu einem Teil meiner Hand geworden. Alles geschieht, ohne dass ich nachdenken müsste, folglich verliere ich keine Zeit und verpasse nichts.« |
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Wegen der Kämpfe zwischen den Taliban und der Nordallianz waren im Juni 2001 90.000 Afghanen über die pakistanische Grenze geflüchtet. Erik Refner fotografierte das Mädchen und den alten Mann im Flüchtlingscamp Jallozai im Juni 2002. KAMERA: EOS 1n, OBJEKTIV: EF 28 mm 1/1,8 USM |
| Anforderungen erfüllt Für Erik Refner ist einer der wichtigsten Aspekte jeder Kamera das Ansprechverhalten, und die EOS-erfüllt seine diesbezüglichen Anforderungen: »Eine Kamera muss das Foto genau zu dem Zeitpunkt machen, wenn du auf den Auslöser drückst«, betont er. »Die erste Digitalkamera, die das wirklich geschafft hat, war die EOS 1D, die eine ganz geringe Auslöseverzögerung aufweist, und die EOS 1Ds folgt dieser Tradition.« Bei der eiligen Pressearbeit verlässt sich Refner nach wie vor auf seine EOS 1D mit ihren acht Einzelbildern pro Sekunde, doch für weniger hektische Fotoreportagen, für Portraits und die Studioarbeit ist die EOS 1Ds das Gerät seiner Wahl. Das zweitwichtigste Kriterium ist für Refner die Zuverlässigkeit. Von seiner Canon-Ausrüstung ist er bislang noch nie im Stich gelassen worden. Voller Bildausschnitt, volle Objektivleistung Refners Lieblingsobjektiv ist das Canon EF 28 mm f/1.8 USM, das es ihm erlaubt, nahe an seine Motive heranzugehen und zugleich viel in den Bildausschnitt hineinzupacken, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen. »Bei den bisherigen digitalen Spiegelreflexkameras musste ich ein weiteres Objektiv benutzen, um den gleichen Blickwinkel zu erhalten wie mit meinem 28-mm-Objektiv an einer herkömmlichen Kamera. Das bedeutete den Verzicht auf die große maximale Blende, über die das 28 mm f/1.8 verfügt, und mehr Verzerrungen an den Bildrändern. Mit dem vollformatigen Sensor in der EOS 1Ds kann ich jetzt mein Lieblingsobjektiv aufsetzen und komme in den Genuss all der Vorzüge, die meine analogen EOS-Kameras bieten.« Blitzlicht im Studio, Tempo für die Straße Während der Einsatz von Blitzlicht bei der Studio- und Portraitarbeit unentbehrlich ist, verzichtet Refner bei seinen Fotostorys und Reportagen lieber darauf. Daher war er sehr gespannt darauf, die höheren Empfindlichkeitsbereiche der neuen Kamera auszuprobieren. »Bei einem Großteil meiner Arbeit versuche ich die Essenz einer Atmosphäre einzufangen und dabei unauffällig im Hintergrund zu bleiben, damit die Menschen meine Anwesenheit vergessen. Logischerweise benutze ich daher so gut wie nie Blitzlicht und lege stattdessen je nach den Bedingungen ISO 400er, 800er oder auf 1000 hochgestufte 800er Filme ein. Bei den Aufnahmen, die ich mit der EOS 1Ds gemacht habe, fand ich das Rauschniveau bei diesen Empfindlichkeitsstufen ungewöhnlich niedrig. Der Empfindlichkeitsbereich, der von rechnerisch ISO 50 bis ISO 1250 reicht, ist für meinen Bedarf mehr als ausreichend, und ich kann mich darauf verlassen, dass die Bildqualität, wenn ich die höheren Geschwindigkeiten benötige, nicht leidet.« Bei der Arbeit In der Armee hat Refner nicht nur die Bedeutung guter Vorbereitung erfahren, sondern als Feldwebel etwas noch Wichtigeres gelernt: die Fähigkeit zur Kommunikation. Dank der Fähigkeit, Menschen zu verstehen und sich ihnen gegenüber verständlich zu machen, hat Refner auch beim Fotografieren schwierige Situationen überstehen und die packendsten Motive einfangen können. Bei einer Fotoreportage über afghanische Flüchtlinge in Pakistan bewegte sich Refner mit seiner Kamera unter Menschen, denen außer ihrem Leben nur wenige Habseligkeiten geblieben waren. Dabei ging er behutsam und rücksichtsvoll vor, um schließlich so nah heranzukommen und das Vertrauen der Fotografierten zu gewinnen, damit auch beim Betrachter der Fotos Mitgefühl entsteht. Die Aufnahme, die Refner den World Press Photo Award des Jahres 2002 einbrachte, entstand, als eine Familie den Leichnam ihres kleinen Kindes für die Bestattung vorbereitete. Trotz des heiklen Charakters der Situation konnte Refner das Ereignis aus nächster Nähe festhalten. Die Bilder, die er an jenem Tag machte, lassen niemanden unberührt. Kritiker mögen diese Art von Bildern als geschmacklos oder voyeuristisch empfinden, doch Refners Wunsch ist, mit seiner Arbeit dabei zu helfen, das Los dieser Menschen zum Besseren zu wenden. »Ich glaube wirklich, dass Fotos etwas bewirken können.« |
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| Liebe auf den ersten Blick Refners Begeisterung für die Canon EOS 1Ds gilt den Anstrengungen, die die Designer und Ingenieure des Unternehmens in deren Entwicklung gesteckt haben. »Vor nicht allzu langer Zeit benutzten Profifotografen eine Digitalkamera nur, wenn sie mussten. Aber jetzt erleben wir, dass nicht nur Pressefotografen, sondern auch künstlerisch anspruchsvolle Fotografen sich auf die neue Technik verlegen und die Vorteile des Mediums begreifen.« Aus seiner Sicht als Fotograf pflegt Erik Refner einen pragmatischen Blick auf die Technik: »Es spielt für mich keine allzu große Rolle, ob eine Kamera digital oder analog ist: Ich brauche einfach immer technisch hervorragende Ergebnisse. Mit der EOS 1D hat Canon in Sachen Geschwindigkeit bereits mit der besten Analogkamera gleichgezogen, und mit der EOS 1Ds ist das Gleiche in puncto Auflösung gelungen. Nun steht Canon vor der Herausforderung, beides in einer Digitalkamera zu verwirklichen.«
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