> Makro - Faszination der Nähe
>
archivierte Artikel
> zurück zum report index

Jozsef L. Szentpeteri

Beim diesjährigen internationalen World-Press-Photo-Wettbewerb belegte Jozsef Szentpeteri in der Kategorie Natur und Umwelt den zweiten Platz. Der 24-jährige Ungar ist studierter Biologe und Fotograf aus Leidenschaft. Um den Abenteuern der Natur auf die Spur zu kommen, setzt er auf digitale und analoge EOS-Technologie von Canon.
»Das Schlüpfen der Maifliege, die zur Familie der Eintagsfliegen gehört, ist ein ganz besonderes Erlebnis«, schwärmt Jozsef L. Szentpeteri. Wie in Nebel gehüllt scheint der Fluss, wenn sich Millionen von Insekten gleichzeitig aus dem Larvenstadium in die bis zu 38 mm große Fliegengestalt verwandeln. Mit einer Serie von zwölf Fotos, die dieses phänomenale Naturereignis dokumentieren, nahm Szentpeteri am renommierten World-Press- Photo-Wettbewerb teil und überzeugte die Jury des Wettbewerbs, die seine Bildserie mit dem zweiten Platz auszeichnete. Insgesamt 49.235 Fotos von 4.171 Fotografen aus 123 Ländern wurden beim diesjährigen World-Press-Photo-Wettbewerb 2002 eingereicht. Die hervorragende Platzierung von Jozsef Szentpeteri ist umso erstaunlicher, wenn man berücksichtigt, dass er mit 24 Jahren erst am Anfang seiner Karriere steht.

Der Tisza-Fluss in Szentpeteris Heimatland Ungarn ist das einzige europäische Gewässer, in dem das massenhafte Schlüpfen der Maifliege, die »Tisza Blüte«, zu beobachten ist. Der Entwicklungsprozess der Larven im Wasser dauert drei Jahre. Nach dem Schlüpfen leben sie dann nur wenige Stunden. Mit einer Canon EOS 1n, dem Canon- EF-Macro-Objektiv 2,8/100 mm und ML-3 Macro Speedlite fotografierte Szentpeteri ein besonders spektakuläres Foto der Serie: Der Kopf eines Seefroschs ragt aus der komplett von schlüpfenden Fliegen bedeckten Wasseroberfläche heraus. »Diese Froschart ist normalerweise sehr scheu, sodass man ihnen nicht so nahe kommen kann wie ich in diesem Bild«, erläutert Jozsef L. Szentpeteri. Sein Exemplar war in Folge ausgiebigen Mayflies-Verzehrs aber offensichtlich so träge, dass er dem Ungarn das Fotografieren gestattete. Mehr als 4.000 Aufnahmen hat Szentpeteri vom Schwärmen der Maifliegen geschossen.

Rauchschwalbe füttert Nachwuchs
> Canon EOS 1n
> 400 mm
> 1/30 Sek.
> f5.6
> Canon Speedlite 550EX
> Blitzstativ
> Fujichrome Velvia
Europäische
Sumpfschildkröte
> Canon EOS 1n
> 400 mm
> 1/250 Sek.
> f5.6
> Canon Speedlite 550EX
> Fujichrome Velvia
Maifliegen/Frosch
> Canon EOS 1n
> 100 mm Makro
> 1/60 Sek.
> f8
> Canon ML 3 Makro Speedlite
> Fujichrome Velvia

Analog und digital in der Natur
Bei seinen Expeditionen ins Tier- und Pflanzenreich geht er mit analogen und digitalen Canon EOS-SLR-Systemkameras auf die Pirsch: den analogen EOS-1N- und EOS-1V-Modellen und der digitalen EOS D30. Die Arbeit mit der digitalen Systemkamera hat für ihn den Vorteil, dass er bei beiden mit denselben Objektiven arbeiten kann. Auch ist die Bedienung identisch: »Alle ist bei den Kameras am gleichen Platz.«

In der Naturfotografie spielen lange Brennweiten eine wichtige Rolle. Szentpeteri benutzt hier die Canon-EF-Objektive 2,8/400 mm und 4/600 mm IS sowie das neue EF 4/400 mm DO IS mit Diffraktionsoptik und optischem Bildstabilisator. Von dieser Linse ist Szentpeteri, der oft tagelang mit seiner Ausrüstung in der Natur unterwegs ist, absolut begeistert: »Durch die kompakten Abmessungen und das geringe Gewicht muss ich nicht so häufig ein Stativ benutzen und kann aus der Hand fotografieren.«

Der größte Vorteil des digitalen Arbeitens aus der Sicht Szentpeteris ist hingegen die Kontrolle: Er kann die D30-Bilder unmittelbar nach der Aufnahme prüfen und hat die Gewissheit, dass ein Motiv »im Kasten« ist. »Wenn ich beim analogen Arbeiten feststelle, dass etwas schief gegangen ist, kann es sein, dass ich ein Jahr warten muss, bis ich wieder Gelegenheit habe, ein Ereignis zu fotografieren.«

Mit den analogen EOS-Kameras belichtet er parallel auf Diafilm – auf die chemische Entwicklung muss er rund eine Woche warten. Und natürlich spielen auch die Kosten beim digitalen Arbeiten eine große Rolle: Ohne Rücksicht auf die Kosten für Film und Entwicklung erlaubt ihm die digitale Fotografie, genau die Menge von Fotos zu machen, die er für das perfekte Foto benötigt.

Mit Hilfe der EOS D30 plant er gerade ein Projekt, in dessen Rahmen alle Pflanzen Ungarns auf einer multimedialen CD-ROM zusammengefasst werden sollen. Bei analoger Fotografie würde das Projekt schon an den Kosten scheitern.

Mit Sicherheit keine Eintagsfliege
Seine Zukunft plant Szentpeteri als unabhängiger Wissenschaftler und Fotograf. Die Geheimnisse der Natur, insbesondere in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion, möchte er einem möglichst großen Publikum zugänglich machen. Die besten 100 Fotos der Eintagsfliegen-Serie möchte er in naher Zukunft in einem Buch veröffentlichen. Derzeit ist er auf der Suche nach einem Verlag, der dieses Projekt unterstützt.

Bei den vielen Talenten, die Jozsef L. Szentpeteri außer der Fotografie mitbringt – er ist ein ausgezeichneter Folkloretänzer, beherrscht die Stickerei und Nähkunst für die traditionellen ungarischen Landestrachten –, ist eines ganz sicher: Die Auszeichnung beim World-Press-Photo-Wettbewerb wird sicher keine »Eintagsfliege« bleiben.

Ein weiteres spannendes neues Projekt hat er bereits in Angriff genommen: An der Verbindung von Naturfotografie und Tanz arbeitet er zurzeit gemeinsam mit der ungarischen Nationalmannschaft für rhythmische Sportgymnastik: »Ich habe viele aufregende Fotos von springenden Baumfröschen. Die Tänzer versuchen nun, die Sprünge der Frösche in der Luft nachzuahmen. Und sie sind tatsächlich so beweglich, dass das auch klappt.«



Foto: Istvan Polonyi
Fotos und weitere Informationen über Jozsef L. Szentpeteri:
www.natura.hu/jl_szentpeteri
Maifliege
beim Schlüpfen
> Canon EOS 1v
> 100 mm Makro
> 1/125 Sek.
> f2.8
> Stativ
> Macro Twin LiteMT-24EX,
> Blitzverhältnis: 1:4
> Canon Speedlite 550EX
> Fujichrome Velvia



Grüne Florfliege
vor einer Lampe
> Canon EOS 50
> 100 mm Makro Objektiv
> 1/4 Sek.
> f8
> Stativ
> Halogenlampe
> Kodachrome


Flechte nach Regen
> Canon EOS 1n
> 100 mm Makro
> Zwischenringe
> 1/125 Sek.
> f8
> Stativ
> Canon Speedlite 550EX
> Fujichrome Velvia
Macro Twin Lite MT-24EX
Das Macro Twin Lite MT-24EX von Canon bietet im Nahbereich neue Möglichkeiten, die Faszination der Natur im Nahbereich zu fotografieren. Dank der beiden unabhängig voneinander steuerbaren Blitzköpfe des MT-24EX lässt sich die Verteilung von Licht und Schatten in einem Motiv ganz gezielt steuern. Die Lichtleistung zwischen den beiden Blitzköpfen kann im Verhältnis 1:1 bis 1:8 in halben Blendenstufen variiert werden. Eine so präzise Lichtführung war im Makrobereich bislang nicht möglich. Anders als beim Ringblitz, der eine flache, fast schattenfreie Lichtcharakteristik aufweist, schafft der MT-24EX-Blitz bei Aufnahmen auch im extremen Nahbereich Tiefe und Plastizität. Das Fokussierlicht erlaubt eine präzise Scharfstellung im Nahbereich bis zu 20 mm. Die beiden Blitze erreichen gemeinsam eine Leitzahl von 24. Wird nur ein einzelner Blitz benutzt, beträgt die Leitzahl sogar 26. Bis zu 3 Gruppen von Speedlite 550EX Blitzgeräten kann das Macro Twin Lite MT-24EX als Slaves drahtlos steuern. Mit dieser Technik kann das Licht für den Vordergrund im Nahbereich und den Hintergrund ideal verteilt werden. Im Zusammenspiel mit der E-TTL-Blitzlichtmessung der Canon EOS-Kameras liefert der ausgewogene Belichtungsergebnisse, die bei den EOS-D-Modellen unmittelbar nach der Aufnahme beurteilt werden können.

> zurück zum index



EF400

Macro Twin Lite MT-24EX