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Angkor Vat ist die größte Tempelanlage der Welt, die Restaurierung des zum Weltkulturerbe gehörenden Bauwerks wird von der UNESCO organisiert. Die Fotografie spielt bei der Dokumentation eine wichtige Rolle. Angkor Vat gilt in Kambodscha als verbindendes Element zwischen großer Vergangenheit und Zukunft. Am Erhalt arbeiten, gemeinsam mit den Kambodschanern, Projektteams verschiedener Nationen. Das German Apsara Conservation Project (GACP) der Kölner Fachhochschule (Fachbereiche Restaurierung und Photoingenieurwesen) mit seinen kambodschanischen Mitarbeitern leistet einen wesentlichen Beitrag: Für die Dokumentation wird analoge und digitale Fototechnik eingesetzt. Zahlreiche Firmen und Privatpersonen unterstützen dieses Projekt. Canon stellt dem Projekt bereits seit einigen Jahren Drucker, Verbrauchsmaterial und Digitalkameras zur Verfügung. Ingrid Krause und Birgit Kaspa, zwei Studentinnen des Fachbereichs, haben für colorshots eine Woche lang ein Fototagebuch geführt. »Seit nun mehr als sechs Monaten arbeite ich für das GACP im Documentation-Team in Siem Reap. Birgit Kaspa ist, ebenso wie ich, angehende Fotoingenieurin. Geleitet wird das Team von Prof. Dr. Jaroslav Poncar. Unsere Aufgabe ist die umfassende Dokumentation der Tempelanlagen und aller durchgeführten Arbeiten. Die Fotografie ist dabei ein extrem wichtiges Werkzeug analog wie digital. Zum Teil kommen hoch spezialisierte Kamerasysteme zum Einsatz, wie die von Professor Poncar verwendete Slit-Scan-Technik. Die wichtigsten Anforderungen an das Equipment sind Zuverlässigkeit und Robustheit, denn für jede Reparatur müssen die Geräte zurück nach Europa. Die PowerShot G2 erfüllt diese Anforderungen selbst unter den teils extremen klimatischen Bedingungen. Vor allem in der Regenzeit ist die Luftfeuchtigkeit extrem hoch, hinzu kommen im Sommer hohe Temperaturen. Bei der täglichen Dokumentationsarbeit leistet die Canon PowerShot G2 hervorragende Dienste. Dabei beweist sie Vielseitigkeit bei Panorama-, Makro- oder Videoaufnahmen. Der große Vorteil der digitalen Fotografie: Schon nach wenigen Stunden können die Konservatoren vor Ort ein Schadensbild auf Grundlage eines mit einem Canon-Printer angefertigten Ausdrucks anfertigen. Mit einem System farbiger Schraffuren werden in dieser Vorlage Art und Umfang des Verfalls durch innere und äußere Einflüsse kartiert dieser vorbereitende Arbeitsschritt der Restauratoren wird Mapping genannt. >ABB.2 |
| >ABB. 2 Long Nary beim Anlegen eines Mappings zu dem zuvor digital fotografierten Pediment. | ![]() |
Für das umfassende analoge Archiv nehmen wir verschiedene Ansichten eines Motivs mit einer Fachkamera und einer analogen Spiegelreflexkamera auf. Diese Aufnahmen sind die Ausgangsbasis für die entsprechende fotografische Datenbank und grafische Bearbeitung. Montag, 8. Juli Der erste Tag einer neuen Woche, und wir befinden uns am frühen Morgen samt Fotoausrüstung auf dem "Dach" Angkor Vats ein ganz besonderer Arbeitsplatz. Wir dürfen keine Zeit verlieren, denn das kambodschanische Restaurierungsteam mit Nary an der Spitze ist schon am westlich gelegenen Giebel des Tempels zugange. Ein Blick auf das Relief macht den Spezialisten klar, dass hier schnell gehandelt werden muss. Denn die in den Stein gemeißelten Reliefs sind teilweise bereits abgefallen oder akut bedroht. Das Eindringen von Salzen durch Regenwasser zermürbt den Stein von innen, im Fachjargon heißt dieses Schadensbild "Schalenbildung".Es gestaltet sich schwieriger als gedacht, die auf dem Stativ befindliche 4x5-Kamera sowie die G2 auszurichten, um zu aussagekräftigen Fotos zu kommen, denn es ist wenig Platz und der Grund ist uneben. >ABB.3 Während einer unfreiwilligen Pause, als sich die Sonne hinter den Wolken versteckt, erläutert Nary die nächsten Arbeiten. Nary hat entschieden, das Relief zunächst mit der Pointingmethode abzusichern. Dabei werden Glasfaserstäbe in feinste Bohrungen eingefasst und mit Epoxidharz verkittet. Die unregelmäßige Verteilung mehrerer Pointings bietet dem Stein vorerst den notwendigen Halt. Ist die Notsicherung abgeschlossen, hat das Team genügend Zeit, verschiedene Tests am Stein durchzuführen, um sich für die beste Konservierungsmethode zu entscheiden. >ABB.4 Am Nachmittag ziehen wir uns in unser Büro auf dem Gelände der Conservation dAngkor zurück. Einschließlich der mit dem Scanner angefertigten Kontaktbögen werden sämtliche analogen und digitalen Aufnahmen des Tages am Computer ausgewertet, in Photoshop bearbeitet und zuletzt mit einem laufenden Archivtitel versehen. |
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Dienstag, 9. Juli Heute sind wir am Bayon-Tempel beschäftigt. An diesem Tempel im Herzen von Angkor Thom wirkt das japanische Projekt (JSA). Da GACP das einzige Projekt in Angkor ist, das in der Reliefkonservierung tätig ist, wurden wir um Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen der Anlage sowie die Schulung ihres kambodschanischen Teams auf diesem Gebiet gebeten. >ABB.5 Nary trifft Vorbereitungen, um an einem Relief eine Bohrwiderstandsmessung durchzuführen. Ein Diagramm illustriert das Bohrverhalten und erlaubt die Beurteilung von Schalen, die dem Betrachter von außen verborgen bleiben. Professor Poncar hat sich oberhalb des Gerüstes positioniert, um mit dem bestmöglichen Blick die Szene auf den Microdrive-Speicher der G2 zu bannen. Mittwoch, 10. Juli Die oft schwer zugänglichen Reliefs stellen uns vor ein Problem: Es kommt darauf an, möglichst verzerrungsfreie Aufnahmen zu erzielen. Die Anforderungen an die Kameraoptik sind entsprechend hoch. |
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| In einer Galerie Angkor Vats befindet sich ein Reliefmotiv, das uns schon lange beschäftigt. Es war uns bisher nicht gelungen, diese Apsaras (Nymphen und himmlische Tänzerinnen) mit einem starken Weitwinkel ohne störende Verzerrungen abzubilden. Die weniger als einen Meter vor dem Relief befindliche Säule lässt uns nicht genug Spielraum, um einen größeren Aufnahmeabstand zu wählen. Mit der PowerShot G2 gehen wir deshalb einen anderen Weg, indem wir den Panoramaassistenten nutzen. Mit dem Weitwinkelkonverter WC-DC58 erreicht die G2 immerhin bereits eine Brennweite von 27,2 mm (im Vergleich zu Kleinbild). Wir nutzen den Panoramaassistenten der Kamera, um aus 16 Einzelbildern ein Bildtableau zu erstellen. Bei der Aufnahme muss sehr genau gearbeitet werden, um möglichst präzise Anschlüsse zwischen den Teilaufnahmen zu erhalten. Für den ersten"Layout-Test" fotografiert Professor Poncar deshalb, eingekeilt zwischen Wand und Säule, die Aufnahme aus der Hand. Im Anschluss daran nehmen wir die gleiche Szene mit Stativ und genauer Ausrichtung der Kamera auf. Nach jeder Einzelaufnahme positioniert Birgit die Kamera um den gleichen Abstand weiter nach rechts. Ist eine Ebene abgeschlossen, wird das Stativ eine Stufe höher gefahren. Am Computer setzen wir die Aufnahmen mit dem Canon PhotoStitch-Programm zusammen. Wir sind positiv überrascht. Vor uns zeigt sich ein überaus zufrieden stellendes Ergebnis und gleichzeitig das erste gelungene Foto der gesamten Szene. Die "aufopferungsvolle" Kleinarbeit des Tages hat sich gelohnt, und wir haben dank der G2 einen weiteren Weg gefunden, die komplizierten Apsara-Reliefs zu dokumentieren. >ABB.6/7/8 |
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| >ABB. 6,7 ine schwer zugängliche Reliefszene wird mit Hilfe der Stitchfunktion der PowerShot G2 aufgenommen. Für einen ersten Test wird die Szene aus der Hand fotografiert, dann mit Stativ und exakter Ausrichtung der Kamera. | >ABB. 8 Mit der PowerShot G2 entsteht das erste Foto der gesamten Szene. |
Donnerstag, 11. Juli Nicht jeden Tag fahren wir heraus zu den Tempeln heute ist"Bürotag". Seit Wochen bin ich damit beschäftigt, die Projekt-Datenbank mit aktuellen Aufnahmen zu befüllen. Es gibt über 1.800 Apsaras in Angkor Vat, hinzu kommen noch weitere Objekte. Eine multimediale Informations-CD, entstanden als Diplomarbeit, enthält das gesamte Archiv von GACP. Ausgehend vom Gesamtplan kann der User einen beliebigen Bereich des Tempels anwählen und einzelne Objekte aufrufen. Alle dazu verfügbaren Daten stehen zur Ansicht bereit: Ort, Risikogruppe, Fotos, Mapping (als PDF), Archivtitel, Tests und vieles mehr. Grundlegend sind Aufnahmen von 1997. Im Abstand von fünf Jahren wird ein großer Teil der Aufnahmen wiederholt. Beim Vergleich zweier Fotos aus den Jahren 1997 und 2002 kann beispielsweise festgestellt werden, ob neue Schäden hinzugekommen sind. Dieser Vorgang wird Photo Monitoring genannt. Gerade auf die sorgfältige Archivierung legt GACP sehr viel Wert. Alle Aufnahmen werden gescannt, auf CD gebrannt und in die Datenbank eingefügt. Abzüge und Negative gelangen zur sicheren Verwahrung nach Köln. >ABB.9 Freitag, 12. Juli Der majestätische Zentralturm im Herzen der Angkor Vat Anlage ist noch nicht fotografisch dokumentiert. Dies wollen wir am heutigen Tag nachholen. Jetzt, im Monat Juli, steht die Sonne in Kambodscha im Norden genau das richtige Licht für die Nordansicht. Die gesamte Größe des Turmes kann er nur vom gegenüberliegenden Dach aus und einem Weitwinkel auf ein 4 x 5 bringen. Dort positioniert sich Professor Poncar, wenig später balanciere ich über die Dächer, um ihm zu assistieren. |
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| Ganz abgesehen von der körperlichen Anstrengung, stehen wir fast zwei Stunden in der prallen Sonne. Eine Pause haben wir uns also wohl verdient. Wir lassen es uns eine kühle Kokosnuss schmecken und finden einige Minuten Entspannung. Zwischendurch macht Birgit Aufnahmen unseres "Pausenhofes" mit der G2, die sie später mit Hilfe der Canon-PhotoStitch- Software zusammensetzt. >ABB.1 Mit der Ruhe ist es schnell vorbei. Wir sind schon wieder in den Gewölben des Tempels unterwegs, auf dem Weg zur zweiten Ebene. Dort begeben sich Professor Poncar und Birgit auf ein fünf Meter hohes Gerüst, um die gesamte Nordwestecke der obersten Ebene abbilden zu können. Während sie die Kamera ausrichten, bitte ich sämtliche Touristen, aus dem Bild zu gehen. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, denn es wimmelt nur so von Menschen. >ABB.10 Meine Projektzeit in Kambodscha geht dem Ende entgegen. Viele Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke werde ich mitnehmen können. So wie das Land habe ich auch die Menschen zu lieben und schätzen gelernt. Das Leben in Kambodscha wird mich nachhaltig in vielerlei Hinsicht prägen, aber das Wichtigste ist die Erkenntnis: Ein Lächeln im Herzen bereichert jeden Tag.« |
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Glossar Kambodscha ... liegt inmitten Indochinas und grenzt an Thailand, Laos und Vietnam. Das heutige Königreich Kambodscha ist Nachfolger des mächtigen Khmer-Reiches, zu denen auch Teile der Nachbarstaaten zählten und in Angkor (9.14.Jh.) das kulturelle Zentrum Südostasiens bildete. Das ehemalige französische Protektorat und anschließend unter kommunistischer Herrschaft geführte Land trägt an seiner Geschichte: Die Folgen von Krieg, Armut, Flüchtlinge und Korruption sind immer noch gegenwärtig. GACP ... ... wurde 1997 unter Leitung von Professor Dr. Hans Leisen, Fachbereich Restaurierung und Konservierung von Kulturgut der Fachhochschule Köln, und Professor Dr. Jaroslav Poncar, Fachbereich Photoingenieurwesen und Medientechnik, gegründet. Die Hauptaufgabe des Projektes ist Konservierung der Reliefs in Angkor Vat. Die fotografische Dokumentation dient dabei den Aufgaben der Konservatoren und ergibt außerdem eine umfassende Fotodokumentation des größten Tempels der Welt. Als Hochschulprojekt nimmt GACP auch sehr intensiv die Aufgabe wahr, kambodschanischen Fachkräften und Studenten der Royal University of Fine Arts in Phnom Penh sowie deutschen Studenten eine qualifizierte Ausbildung zu bieten. Finanziert wird GACP durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik und ist somit der deutsche Beitrag zum UNESCO-Programm zur Erhaltung des Weltkulturerbes Angkor. Grundlegend für die Entstehung des Projektes war die 1995 durchgeführte Dokumentation der berühmten Bas-Reliefs in Angkor Vat und dem Bayon mit der Slit-Scan-Technik durch Professor Poncar. Slit-Scan-Technik Speziell für die Aufnahme der zwei Meter hohen und bis zu 100 Meter langen Bas-Reliefs in den Galerien von Angkor Vat verwendete Professor Poncar die Slit-Scan-Technik. Dabei wird die Kamera auf Schienen parallel zum Relief transportiert, wobei in der Kassette der Film durch einen 1 mm breiten Schlitz kontinuierlich belichtet wird. Zwei Schrittmotoren werden durch einen Computer so präzise aufeinander abgestimmt, dass die Bewegung auf den Schienen und die des Films am Schlitz entlang ein scharfes Bild ergeben. Damit erntete Professor Poncar zwei Einträge im Guinness Book of Records für die längsten Negative (70 x 2.450 Millimeter) und Abzüge (1.25 x 62 Meter) der Welt. Ausgestellt war das größte Foto der Welt auf der Photokina 1998. www.gacp-angkor.de
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