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Im Rahmen eines Projekttages setzten Schüler der Klasse 6.1 der Gesamtschule Köln-Rodenkirchen das Thema »Freundschaft« mit viel Fantasie fotografisch in Szene. Wir haben mit Kamera und Notizblock das »Klassenbuch« geführt.


23 Paar Kinderaugen schauen neugierig auf die beeindruckende digitale Profikamera, die dem colorshots-Fotografen Ralf Bauer um den Hals hängt. »Wie viel wiegt die? Wie viele Fotos kann man damit machen?«, wollen sie wissen. Aber das ist nicht das eigentliche Thema des Projekttages. Denn das Fotografieren nehmen die Schüler heute selbst in die Hand. Zwei Stunden haben die Schüler Zeit, das Thema
»Freundschaft« in Kleingruppen zu bearbeiten.

Fünf Aspekte des Themas hat das Lehrerteam mit den Schülern vorab vorbereitet. In einem Brainstorming entwickelten die Schüler Ideen und Vorstellungen zur Motivauswahl.
»Streit und Versöhnung«, »Aus Fremden werden Freunde«, »Tierisch gute Freunde«, »Falsche Freunde, echte Freunde« und »Zeichen der Freundschaft« lauten die Unterthemen. Jede Gruppe bekommt dazu eine eigene Digitalkamera.


Zunächst wird die Technik der PowerShot A60 erklärt: Hier schaltet man die Kamera ein. Steht dieser kleine Hebel auf der Rückseite oben, ist die Kamera im Aufnahme-Modus; ist der Hebel unten, werden die gespeicherten Fotos angezeigt – und so schaltet man den Blitz ein und aus. Die ersten Fotos im Klassenraum dienen dazu, die Löschen-Funktion zu erklären: »Erst drückt ihr diese Taste, dann diese und: ab geht´s in den Papierkorb.« Gelächter in der Klasse: »Wie, in den Papierkorb?« »Nein, nein ... Nicht ihr kommt in den Papierkorb, sondern nur das Foto von euch wird gelöscht!« Diese Aussage ist beruhigend, vor allem für René und Henry, die sich eben noch auf dem Display der Kamera sehen konnten. Nach 20 Minuten Einführung und Erklärung geht es endlich los. Die Kleingruppen mit drei bis fünf Schülerinnen und Schülern schwärmen auf dem Schulgelände aus. Rund 25 Bilder passen jeweils auf die 16-MB-Speicherkarten ihrer Digitalkameras – genug für einen Vormittag Fotografie.
ZEICHEN DER FREUNDSCHAFT
Gesten und Symbole
STREIT UND VERSÖHNUNG DIE FREUNDSCHAFTSECKE

Fünf Themen, fünf Gruppen
»Symbole und Gesten«
werden im gesamten Schulgebäude gesucht – und gefunden: das Wandbild der Komiker-Kumpels »Dick und Doof«, ein Herzbild im Zimmer des Schulpsychologen. Weitere Motive werden von den Schülerinnen fantasievoll nachgestellt, geformt und gestaltet. Ein riesiges Herz aus Sand auf dem Sportplatz beispielsweise. Aber: »Wie bekommen wir das auf das Foto?« Mehrere Varianten werden ausprobiert (Hebel oben) und nach Ansicht (Hebel unten) wieder gelöscht. Wie gut, dass es den Papierkorb gibt … Das Problem des richtigen Aufnahmestandpunkts wird ganz pragmatisch gelöst: Eine Schülerin klettert auf die Schultern des Fotografen Ralf Bauer – und das riesige Herz aus Sand ist im Kasten. Den Schülern, die das Thema »Aus Fremden werden Freunde« bearbeiten, gelingt es, über die Inszenierung kleiner Geschichten die eigenen Konflikte an diesem Tag zurückzustellen und zu überwinden. Auch das abschließende Gruppenfoto jeder Gruppe drückt dies aus.

Die Dreiergruppe zum Thema
»Tierisch gute Freunde« entdeckt den Selbstauslöser. »Immer nur zwei auf einem Foto ist doch langweilig!«, begründet Kim die Vorgehensweise, bei der die Kamera sorgfältig ausgerichtet auf einem Stein platziert wird; lebendig setzen sie das Thema spielerisch um. Auch das Thema »Streit und Versöhnung« ist Anlass für die Inszenierung einer Geschichte. Die Kamera funktioniert dabei wie ein Notizbuch, um die Bilderstory zu dokumentieren. Jede Szene wird wie in einem Drehbuch gestellt und fotografiert. Jeder Schüler der Gruppe fotografiert auf seine Art und Weise, dennoch entsteht am Ende eine schlüssige Abfolge der Einzelbilder innerhalb der Geschichte. Die fünfte Schülergruppe sucht zum Thema »Falsche Freunde – echte Freunde« geeignete Orte in der Schule auf. Der Fahrradhof und bunte Graffiti dienen als Hintergrund für einzelne Szenen und liefern beim Aspekt »Falsche Freunde« eine authentische Atmosphäre.

Mit dem Beamer an die Wand
Der Gong läutet zur großen Pause. Die Schüler geben die Kameras ab, die Fotos werden gruppenweise auf ein Notebook übertragen. Über den Videobeamer werden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen nach der Pause in 3 x 2 Meter Größe präsentiert. Die Schüler jeder Gruppe kommentieren und erklären dabei ausführlich ihre Bilder und die dazugehörigen Storys. Manches wird von den anderen hinterfragt, anderes bedarf einer zusätzlichen inhaltlichen oder technischen Erklärung – oft wird herzlich gelacht. Es ist deutlich spürbar, wie die Fotos den Aspekt Freundschaft auf unterschiedliche Art nicht nur innerhalb der Kleingruppe verdeutlichen, sondern ihn auch im Klassenverband widerspiegeln.


Drucken für die Freundschaftsecke
In der nächsten Stunde werden die »Freundschaftsfotogeschichten« gedruckt. Zwei Canon-Fotodrucker i990 werden mit glänzendem Druckmaterial im Postkartenformat bestückt, zusätzlich können die Schüler zwei Fotodrucker CP-300 benutzen. Alle PowerShot-Kameras werden per USB-Kabel direkt an die Drucker angeschlossen. Über das Display wählen die Schüler die Motive aus und legen die Anzahl der zu druckenden Abzüge fest. Noch ein Knopfdruck und der Druckauftrag startet. Nach dem Display der Kamera beim Fotografieren und der Präsentation mit dem Videobeamer ist das Drucken die nächste visuelle Dokumentationsform, die Fotografie sichtbar macht – und das dauerhaft. Eine Auswahl der Fotos wird auf Pappen befestigt und im Gruppenarbeitsraum an der Wand befestigt. In der neuen »Freundschaftsecke« der Klasse 6.1 sollen in Zukunft Probleme und Konflikte besprochen werden.

TIERISCH GUTE FREUNDE
FALSCHE FREUNDE,
ECHTE FREUNDE
FREMDE WERDEN FREUNDE

Fotos für die Schülerzeitung
Das Profil der Gesamtschule Köln-Rodenkirchen hat den Schwerpunkt »Neue Medien«, und so weckt das Freundschaftsprojekt allgemeines Interesse: Schüler der Klasse 8.4 besuchen am nächsten Tag die Klasse 6.1 und schauen sich die Ergebnisse des Fotoprojekts an. Sie wollen über den Projekttag eine Story für ihre Schülerzeitung machen. Diese wird komplett elektronisch am PC gestaltet. Da die Freundschaftsfotos digital vorliegen, können die Redakteure die Bilder ohne Scannen direkt übernehmen. »Die digitale Fotografie mit ihren direkten Formen der Präsentation ermöglicht den Schülern und Schülerinnen eine spontane Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und lässt sich deshalb hervorragend in den Unterricht integrieren«, resümiert Agnes vom Hövel aus dem Tutorenteam der Klasse 6.1 den Tag. Der Projekttag »Fotografie und Freundschaft« war ein Erfolg, vor allem bei den Schülern. Nicht die Technik, sondern das gemeinsame Tun stand im Vordergrund – eine gute Grundlage, um neue Freunde zu gewinnen.

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