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> Foto-Expedition - Bewährungsprobe auf dem Fluss
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Expeditionen stellten schon immer besondere Anforderungen. Ob Kälte in arktischen Gebieten, Staub und Trockenheit in Wüsten oder Feuchtigkeit in den Tropen: Mensch und Material müssen bei den Fahrten ins Abenteuer besonders viel aushalten können.

Der Fotograf Michael Marczok gehörte zu einem Team, das den Amazonasfluss im brasilianischen Regenwald mit dem Boot erkundete. Der Hamburger Expeditionsmaler Rainer Ullrich wollte mit dieser Reise, die von Manaus über den Solimões hinauf- und dann den Rio Negro hinabführte, den zweiten Band seiner Skizzentagebücher erarbeiten. Ein spannender Vergleich: Auf der einen Seite arbeitet Michael Marczok mit digitalem Fotohightech, auf der anderen skizziert und idealisiert Rainer Ullrich mit Papier, Aquarellfarben und Stiften. Beiden geht es darum, unterwegs die Natur mit allen ihren verschwenderisch dargereichten Facetten zu begreifen – und mit ihren unterschiedlichen Mitteln in Bildern festzuhalten. Rainer Ullrichs Skizzentagebuch wird nach der Reise um detaillierte Zeichnungen und Texte erweitert. Fotografien sollen den Skizzenband ergänzen und erlauben einen direkten Vergleich zwischen fotografischer »Realität« und zeichnerischer Abbildung. An Bord sind außerdem ein Redakteur vom NDR-Fernsehen und ein deutsch-brasilianisches Filmteam.
19_04_04_Einschiffung auf die »Victoria Amazonica«. Vorbeifahrt an Manaus. Erst nach dem Zusammenfluss von Solimões (hell) und Rio Negro (dunkel) heißt der Fluss Amazonas. Bei einer Nachtausfahrt zur Beobachtung von Brillenkaimanen nehmen wir vorübergehend einen »Gast« an Bord.

Voll digital in feuchtem Klima
Entscheidend für Michael Marczok war die Frage, ob und wie die digitale Technik die Expedition in diese extreme Klimazone verkraftet. Seine Canon EOS-1Ds brachte für dieses Unterfangen als extrem robuste und gegen das Eindringen von Feuchtigkeit besonders geschützte Kamera die besten Voraussetzungen mit, um das Abenteuer unbeschadet zu überstehen. Marczok, ein erfahrener Reisefotograf, hatte sich erstmals entschieden, vollständig digital zu arbeiten. Außer einer analogen Spezial-Panoramakamera hatte er nur digitales Equipment im Gepäck. Seine Ausrüstung wählte er nach den Kriterien: robust, leicht und einfach zu bedienen. Bewusst verzichtete er auf störanfällige Hightech-Extras wie etwa ein Laptop. »Im Grunde wollte ich genau wie mit einer analogen Spiegelreflexkamera arbeiten, aber den einen oder anderen Vorteil der digitalen Fotografie nutzen«, fasst Michael Marczok seine Vorüberlegungen zusammen.
20_04_04_Ausfahrt am Morgen, Fahrt durch das Dickicht: Wir beobachten zahlreiche Vögel, Spinnen und andere Tiere. Zurück auf dem Schiff, Weiterfahrt vom See Tanauacá durch einen Kanal zu dem kleinen Ort Lago Preto – dort beobachten wir die Einwohner bei der Herstellung von Manioka-Mehl. Ich fotografiere Kinder, Blumen, Früchte, Gemüse.

21_04_04_
Frühe Fahrt mit Kanus: Wir angeln mit kurzer Leine von den Booten und fangen Rotbauchpiranhas.
22_04_04_Besuch von Manaus: Ich fotografiere Hafen, Markt, Oper, mache viele Portraits. Dabei habe ich »kleines Gepäck«, die EOS-1Ds, das 28er, 85er und den 420EX. Die Menschen sind sehr freundlich und aufgeschlossen gegenüber Fotos. Auf dem Display zeige ich sofort das Ergebnis: das macht Eindruck, schafft eine Verbindung – und ein Lächeln.

Alle Ausrüstungsgegenstände wurden auf dem Flug in einer Fototasche, die wiederum in einem wasser- und schlagfesten Alukoffer verpackt war, transportiert. In der Tasche platzierte Marczcok außerdem in Fächern mit elektronischem Equipment zusätzliche Silicagel-Päckchen. »Auf keinen Fall sollte man in derart luftfeuchten Klimazonen das Equipment in klimatisierten Räumen lagern. Die Menge des sich bildenden Kondenswassers beim Verlassen der »Klimazone« ist enorm und kann die elektronische Ausrüstung sogar beschädigen. Ganz zu schweigen davon, dass ein beschlagenes Objektiv die Reaktionszeit beim Fotografieren deutlich herabsetzt – und bei der Fahrt auf dem Amazonas laufen, fliegen und schwimmen ständig Motive vorbei. Trotz komfortabler Unterbringung in den Touristen-Lodges erfuhren die Teilnehmer jeden Tag, wie beschwerlich das Leben in der subtropischen Klimazone sein kann: Hitze, Feuchtigkeit, Insekten, Sonnenbrand und geschwollene Augenlider setzten nicht nur Michael Marczok zu. Aber, so sein Fazit: »Das Land und die Menschen haben mich mehr als entschädigt«. Seine Fotos und das Reisetagebuch, das er exklusiv für colorshots führte, belegen dies.
»Im Grunde wollte ich genau wie mit einer analogen Spiegereflexkamera arbeiten, aber den einen oder anderen Vorteil der digitalen Fotografie nutzen.«
29_04_04_Auf der Pritsche eines geschlossenen Pick-ups fahren wir in die Stadt. Dauerregen. In dem Moment, in dem wir aussteigen, hört der Regen auf. Das Licht ist schön weich. Wir sind am Alten Hafen und genießen am Fischereihafen die pittoreske Szenerie.

01_05_04_Am Nachmittag besuchen wir ein Caboclo-Dorf am Ubim-See. Caboclos werden die Bewohner des Flussufers genannt, ursprünglich Mischlinge aus Indios und Portugiesen. Wir treffen »Muster-Caboclos«, die oft von Gästen der umliegenden Lodges besucht werden. Dementsprechend sauber und gepflegt ist alles – bis zu den gestriegelten Kindern.

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