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Es ist nicht alles Geld, was glänzt, auch in der Modefotografie nicht. Thomas Ruschs Projekt »Gloss« (zu Deutsch: Glanz) ist dafür ein gutes Beispiel. Die Bilderserie, aus der auch das Siegerbild des Canon ProFashional Award 2004 stammt, zeigt ein makelloses Fotomodell, bis in die Haarspitzen gestylt, per Winkelmaß in Pose gebracht oder in katzenartig choreografierter Angriffsbereitschaft, perfekt ausgeleuchtet und mit nichts bekleidet als teuer schimmernden oder lackartig reflektierenden Accessoires. Trotzdem ist das Shooting keine Kampagne für ein exklusives Modelabel. Es entspringt vielmehr einzig und allein dem Hirn und überwiegend auch der Geldbörse von Thomas Rusch. »Akquise«, sagt der 42-Jährige, der sich selbst zu gleichen Teilen als Mode- und als Porträtfotograf begreift, »bedeutet, solange man nicht ganz oben angekommen ist, vor allem oft freiwillige, freudige Selbstausbeutung«. Wer von Art-Direktoren und anderen Entscheidern im Foto-Business wahrgenommen werden will, so Rusch, fotografiert in Frankreich für so genannte »Branché«-Blätter oder für angesagte Magazine wie »Sleek« oder »Deutsch« oder das australische Pendant »Oyster«, in dem »Gloss« veröffentlicht wurde: Publikationen, die mit hohem gestalterischen Aufwand produziert werden und den Fotografen oft freie Hand lassen aber eben nichts einbringen.
Die Fotografien von Thomas Rusch inszenieren Träume. Dafür muss die Wirklichkeit manchmal zurechtgemacht werden: So hatte das auf dem fotografischen Endprodukt makellos erscheinende »Gloss«-Model in der Wirklichkeit von Ruschs Pariser 4 x 5 Meter kleinem »Shoebox-Studios« alles andere als einen perfekten Teint. Das harte Seitenlicht tat das seine, um diesen Effekt noch zu verstärken.
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Ich weiß, es klingt verrückt, aber ich habe das Gefühl, Canon-Pixel haben, anders als die anderer Hersteller, einen »organischen« Charakter.
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