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Die neue Canon EOS 5D ist mit der Picture-Style-Funktion ausgerüstet. In diesem colorshots-Beitrag lesen Sie, wie Sie die Bildstile einsetzen und wie auch Besitzer älterer EOS-Modelle von der neuen Technik profitieren.

Jedes Motiv ist anders: Ein Porträt erfordert eine andere Bildabstimmung als eine technische Werbeaufnahme oder eine Landschaft. In der analogen Fotografie benutzen viele Fotografen deshalb für unterschiedliche Motive verschiedene Filme. Mit der neuen Picture-Style-Funktion hat der Fotograf nun ein leistungsstarkes Werkzeug an der Hand, um den »Look« seiner Aufnahmen einfach und intuitiv an die Motivsituation anzupassen. Entweder direkt bei der Aufnahme oder später bei der »Entwicklung« der RAW-Aufnahmen mit der Canon Digital Photo Professional Software. Mit dem Begriff »Bildstil« ist dabei die technische Bildwiedergabe eines Bildes gemeint, also Farbwiedergabe, Kontrast und Schärfe. Das Menü »Bildstile« fasst so die Farbeinstellungsmenüs älterer EOS-Modelle übersichtlich zusammen.

1: Standard
Kräftig und gefällig

2: Porträt
Für einen sympathischen Hautton

3: Landschaft
Der Himmel so blau, die Wälder so grün
mit Picture Styles ohne mit Picture Styles ohne
Diese Einstellung arbeitet mit einer vergleichsweise hohen Farbsättigung und Schärfung der Bilder, die für die Ausgabe auf einem Fotodrucker optimiert ist.
Wenn Sie Ihre Fotos ohne Nachbearbeitung drucken oder präsentieren wollen, ist »Standard« der passende Bildstil für eine lebendige Bildwiedergabe.
Hier werden die kritischen Hautfarbtöne freundlich wiedergegeben, was zum Beispiel für alle Porträt- und Eventfotografen wichtig ist.
Wenn Porträts von Menschen ohne Nachbearbeitung gefällig »ankommen« müssen, ist dies die optimale Bildstil-Einstellung.
Die Voreinstellung für Landschaft sorgt für kräftige Blau- und Grünfarbtöne, wie sie in der klassischen Landschafts-(Dia-)Foto-
grafie gerne gesehen (und erinnert) werden.
Nicht nur für Postkartenmotive rückt diese Einstellung das Bildergebnis näher an die »Erinnerungsfarben«.
4: Neutral
Nah am menschlichen Farbempfinden
5: Natürlich
Auf Exaktheit getrimmte Farbreproduktion
6. Schwarz-weiß
Mit raffinierten Extras
mit Picture Styles ohne mit Picture Styles ohne mit Picture Styles ohne
Die Einstellung »Neutral« sorgt für eine besonders ausgeglichene Farbwiedergabe. Sie orientiert sich am menschlichen Farbempfinden und ist am ehesten mit der Grundeinstellung der bisherigen EOS-1D-Serie zu vergleichen. Der Bildstil »Neutral« zeichnet sich zudem durch geringe Schärfung der Bilddaten und eine weiche, fotografische Farbwiedergabe aus.
Vor allem für Fotografen, die ihr Bildmaterial individuell nachbearbeiten, liefert dieser Bildstil eine optimale Grundlage.
Natürlich bedeutet hier: so nah wie möglich an den Farben in der wirklichen Aufnahme. Das ist zum Beispiel in der Werbefotografie wichtig, wenn eine Produktfarbe so naturgetreu wie möglich erfasst werden soll. Allerdings wird eine farbmetrisch exakte Farbwiedergabe nicht unbedingt als »schön« empfunden.
Eine Einstellung für Spezialisten, die zum Beispiel bei Werbeaufnahmen und Reproduktionen zum Einsatz kommen sollte.
Den Schwarz-Weiß-Modus findet man bei der EOS 5D und zukünftigen EOS-Modellen ebenfalls im Bildstil-Menü. Wie bereits von der EOS 20D und EOS 350D bekannt, beinhaltet er umfangreiche Filter- und Tonungsfunktionen. Ähnlich wie bei der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie können gezielt Farbfilter (Rot, Orange, Gelb, Grün) eingesetzt werden, um die Graustufen für die Wiedergabe z.B. von Haut, Wolken und Himmel zu optimieren. Mit einer Tonung bekommen die Bilder einen klassischen »Look«.
Das ultimative Tool für Schwarz-Weiß-
Aufnahmen im klassischen Stil.


Vergleichbarer Standard
Die Picture-Style-Funktion hat noch einen weiteren Vorteil: Sie macht es einfacher, die EOS-Fotos miteinander zu vergleichen. Bislang konnte man bei verschiedenen Canon EOS-Modellen feststellen, dass die Bildergebnisse in der Standardeinstellung voneinander abwichen: Die für SLR-Einsteiger konzipierten Modelle EOS 300D und EOS 350D arbeiten betont kontrastreich, die professionelle EOS-1Ds wirkt im Vergleich eher zurückhaltend, und die EOS 20D liegt irgendwo dazwischen. Über die Parameter- und Farbmatrix-Einstellungen lassen sich die Kameras zwar auf eine vergleichbare Bildanmutung einstellen – aber das ist nicht sehr intuitiv. Die Picture-Style-Funktion macht das Fotografenleben in diesem Punkt in Zukunft entschieden einfacher.

Die Praxis: Der Fotograf entscheidet
Wie nutzt man die Bildstile der Praxis? Bei der Auslieferung ist bei den Bildstilen die Einstellung »Standard« aktiv – für eine kräftige, lebendige Bildwiedergabe. Um einen anderen Bildstil zu wählen, aktiviert man zunächst das Menü über die entsprechende Taste und wählt dann mit dem Cursor den Eintrag »Bildstile«. Nun sieht man in der Übersicht die sechs Voreinstellungen plus drei freie Einstellungen. Mit den Navigationstasten steuert man nun einen Punkt an und aktiviert ihn. Mit der Set-Taste gelangt man in das Untermenü des jeweiligen Bildstils. Jeder Bildstil hat eine eigene Grundeinstellung, die sich individuell anpassen lässt: Farbton, Farbsättigung, Kontrast und Schärfe können je nach Motiv oder persönlichem Geschmack angepasst werden. Der jeweilige Bildstil dient dabei als Basis. Über die »Rückstellen«-Funktion kann der Fotograf jederzeit zu den Grundeinstellungen der Bildstile zurückkehren. Die Standardwerte jedes Stils sind auf der Skala erkennbar. In der Regel wird man die Bildstile mit Feingefühl bedienen, schließlich geht es nicht um dramatische Filtereffekte, sondern um Nuancen in der Bildwiedergabe.

Der Unterschied: JPEG oder RAW
Einen wichtigen Punkt gilt es zu beachten: Wenn man mit seiner EOS das JPEG-Format als Aufnahmeformat wählt, werden die Bildstile automatisch in die Bilddaten hineingerechnet. Korrekturen sind später in der Bildbearbeitung zwar möglich, unter Umständen gehen sie aber auf Kosten der Bildqualität. Wer mit dem JPEG-Format auf der sicheren Seite sein möchte, wählt entweder die Einstellungen »Standard« oder »Natürlich«. Denn diese beiden Einstellungen lassen hinsichtlich Farbe und Kontrast den größten Spielraum, falls später eine Bearbeitung der Bilder erforderlich sein sollte. Ganz anders stellt sich die Sache dar, wenn man im RAW-Format fotografiert oder – wie übrigens viele Profis – RAW und JPEG parallel aufzeichnet. Viele professionelle Fotografen arbeiten so, meist mit einem JPEG in geringerer Auflösung (z.B. »S« oder »M«). Die Arbeitsweise hat folgenden Vorteil: Das JPEG steht für E-Mail oder Druck zur Verfügung. Man erkennt am Laptop sofort, wie gut der Bildstil passt. Die RAW-Datei hingegen enthält die unbehandelten Rohdaten des Sensors. An dieses »Paket« sind die Kameraeinstellungen einschließlich Bildstil lediglich angehängt, aber nicht hineingerechnet.
»Stil-Entwicklung« in Digital Photo Professional
In der RAW-Entwicklung mit Digital Photo Professional 2.0 kann man den Bildstil jederzeit wieder ändern bzw. anpassen. Darüber hinaus stellt die Software alle Werkzeuge für eine professionelle Aufbereitung der Fotos zur Verfügung. Wie ein Fachlabor für Profis, das der Fotograf allerdings selbst bedienen kann. Und das Beste daran ist: Mit Digital Photo Professional 2.0 können auch Besitzer älterer EOS-Modelle die Bildstile nutzen. Denn die Software ist kompatibel mit RAW-Formaten bis zurück zur EOS D30. Wer also z.B. RAW-Bilder von einer EOS D30, einer EOS 20D und einer EOS-1Ds in seinem Archiv hat, kann die RAW-Files nun alle mit dem gleichen Bildstil entwickeln, um so einen ähnlichen Look zu erzielen. Dass die Bilder am Ende kamerabedingt Unterschiede aufweisen, ist selbstverständlich. Besitzer einer EOS-Kamera können Canon Digital Photo Professional 2.0 kostenlos von der Canon-Webseite im Bereich Support - Treiber und Software herunterladen.

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