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Teil 2
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Claes AxstålBlitzeinsatz am Himmel

Teil 2


Blitzfotografie im Flug: die Herausforderung
Wie hoch die tatsächliche Leistung seines AFP-Blitzsystems ist, darüber schweigt sich CAX aus. »Betriebsgeheimnis«, sagt er und lacht, »ich kann nur so viel verraten: Um eine Blende zu gewinnen, müsste ich weitere 100.000 Euro investieren.« Wie viel Power in der blitzgescheiten Sonderanfertigung steckt, ahnt man, wenn man das Bild des Helikopters auf Seite 38 betrachtet. Axståls Assistent hat es während eines Yacht-Shootings in der Karibik mit einer Canon EOS 20D geschossen. Mit einem Pocket Wizzard Funkauslöser zündete er zeitgleich CAX’ Airborne Flash System. Dass Blitze aus heiterem Himmel bisweilen nichts ahnende Passanten zu beunruhigen vermögen, kann man sich bildhaft vorstellen.

Die örtliche Tageszeitung jedenfalls sah sich genötigt, ihren Lesern tags darauf mitzuteilen, dass es sich nicht um ein UFO gehandelt habe. Auch wenn Axstål die eingesetzte Blitztechnik inzwischen nicht jedes Mal neu erfinden muss, so sind die technischen und logistischen Anforderungen doch bei jeder seiner fotografischen Missionen anders: Als CAX mit seiner Canon EOS 5D beispielsweise einen historischen Doppeldecker von einem Schiff aus direkt vor der untergehenden Sonne schießt (s. Bild Seite 40 oben), sind Fotograf und Flugzeugführer aufs Äußerste gefordert. »Das Bild war sowohl fotografisch als auch fliegerisch eine Herausforderung. Weil die Abendsonne noch ziemlich kräftig war und die Synchronisationszeit 1/200 Sekunde betrug, musste der Doppeldecker sehr nah herankommen«, erinnert sich Axstål. »Da wir keinen Funkkontakt mit dem Piloten hatten, mussten wir ihn per Handzeichen auf die richtige Fluglinie dirigieren. Zum Glück handelte es sich um den erfahrenen Stunt-Piloten Jerry Edvardsson: Wir hatten das Bild im Kasten, bevor seine Tankfüllung leer war ...«

Der Traum vom Fliegen
Etwa die Hälfte des Jahres ist Claes Axstål auf Reisen. Seine Kunden sind überwiegend Flugzeug- und Privatyachthersteller, die ihre Produkte »in Action« und in dramatischen Lichtsituationen zeigen wollen. Sie lassen den Mann mit der einzigartigen Blitztechnik rund um den Globus einfliegen. »Inzwischen«, sagt Axstål, »gibt es eine Reihe von Kollegen, die ebenfalls mit Blitz arbeiten, allerdings mit weniger leistungsfähigen, und die reichen in der Regel nicht für Gegenlichtaufnahmen. Wenn Sie also ein Bild von einem Flugzeug oder einem Helikopter vor der Sonne sehen, können Sie praktisch sicher sein, dass das von mir stammt.« »Der Mensch ist zur Arbeit, der Vogel zum Fliegen geschaffen« lautet ein geflügeltes Wort. Claes Axstål, der als 18-Jähriger seinen Traum von einer Karriere als Pilot in der schwedischen Luftwaffe aufgeben musste, weil man ihm eine Brille verschrieb, kann dank seiner einzigartigen »Airborne Flash Photography« beides miteinander verbinden. Und so stehen die buchstäblich »unwahrscheinlichen« Luftaufnahmen des fliegenden Schweden nicht nur für sich selbst; sie lassen sich auch als Aufforderung lesen, sich nicht mit den aktuellen Grenzen der Fotografie zufrieden zu geben, sondern – mit Erfindungsgeist, Ausdauer und dem richtigen Equipment – im wahrsten Sinne des Wortes neue Dimensionen zu erschließen.



Ein Gewitter während eines Linienflugs brachte Claes Axstål auf die Idee, Flugzeuge mit Blitzlicht zu beleuchten.



Blitzmissionen sind Axståls Spezialität.

INTERVIEW

»Alles muss perfekt funktionieren.«

Claes, was ist die größte Herausforderung bei Ihrer Art der Fotografie?
Das Mieten von Flugzeugen oder Helikoptern ist extrem teuer, folglich muss alles wie am Schnürchen klappen. Gerade in südlichen Breitengraden, wo die Sonne oft binnen Minuten untergeht, sind die Zeitfenster zudem sehr klein.

Was hat sich durch die Einführung der digitalen Kameratechnik für Sie verändert?
Als ich mit der AFP-Blitztechnik startete, habe ich noch Polaroids zur Überprüfung gemacht – ein Wahnsinn, wenn man Minuten später feststellte, dass die Aufnahme nichts war und wir und unser Motiv einen neuen Turn fliegen mussten. Professionelle Digitalkameras sind da ein echter Segen. Weil ich das Ergebnis sofort kontrollieren kann, bin ich auch experimentierfreudiger geworden, und das tut der Qualität gut.

Sie benutzen Mittelformatkameras und digitale EOS-Kameras. Warum haben Sie sich für Canon entschieden?
Das Canon EOS-System nutze ich schon seit 1989, als die analoge Canon EOS 1 auf den Markt kam. Wegen der starken Vibrationen, die in den Fliegern herrschen, bietet das EOS-System mit seinem schnellen Autofokus, den ultraschallmotorgetriebenen und bildstabilisierten Objektiven gerade bei Teleaufnahmen klare Vorteile gegenüber den meist deutlich schwereren Mittelformatsystemen. Meine Canon EOS-1Ds Mark II und die Canon EOS 5D, die ich parallel nutze, um zeitraubende Objektivwechsel zu vermeiden, nehme ich so selbstverständlich mit an Bord wie die Pillen gegen Seekrankheit, ohne die es mir bei den wilden Manövern und dem dauernden Blick durch den Sucher übel werden würde.


CLAES AXSTÅL begann seine fotografische Karriere als Skifotograf in den Colorado Mountains. Schon damals nutzte der Sohn eines Göteborger Fotohändlers den Blitz für actionreiche Gegenlichtaufnahmen im Schnee. Buchstäblich wie eine Erleuchtung kam ihm die Idee, weit größere bewegte Objekte per Aufhellblitz in dramatisches Licht zu tauchen – als er eines Nachts beobachtete, wie ein natürlicher Blitz ein Flugzeug erhellte. Heute reist das Mitglied der »International Society for Aviation Photography« kreuz und quer um den Globus, um Kampf- und Privatjets, aber auch die Yachten betuchter Eigner, in dramatischen Gegenlichtsituationen einzufangen. www.axstalphoto.com

KAMERAS
Canon EOS 20D | Canon EOS 5D mit Battery-Grip | Canon EOS-1Ds Mark II
OBJEKTIVE
EF 15mm 1:2,8 Fisheye | EF 50mm 1:1,4 USM | EF 24–105mm 1:4L IS USM
EF 70–200mm 1:2,8L IS USM | EF-S 17–85mm 1:4–5.6 IS USM
ZUBEHÖR
Extender EF 1,4x II | Speedlight 580EX

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